Das eigene Sprechen zurücknehmen, um intensiv auf Gott zu hören. Unser Schweigen stellt das Hören in den Vordergrund und soll uns ermöglichen, während des gesamten Tages konzentriert zu bleiben auf Gott hin, es soll helfen, nicht ständig gegen Ablenkungen angehen zu müssen, sich - je nach Art der Arbeit - auch außerhalb der Zeiten für Lesung und Gebet innerlich weiter mit Gottes Wort beschäftigen zu können. Schweigen ist auch Respekt vor der Privatsphäre der anderen, denn es bedeutet, die eigenen spontanen Ideen, Gedanken oder Launen nicht in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen, sie nicht für das in diesem Moment absolut Wichtigste zu halten, sondern der anderen Raum und Zeit für ihre Konzentration und ihre Überlegungen zu lassen. Gerade weil wir das Schweigen schätzen, lernen wir auch die Bedeutung und den großen Wert eines guten Gespräches, eines anregenden Vortrages oder auch einfach einer Stunde der Unterhaltung neu und tiefer kennen. Die Bedeutung, die wir einem Gespräch beimessen, der vollen Aufmerksamkeit, die wir dabei der anderen schenken wollen, sowie der Respekt, den wir für ihre Zeit und ihre Aufmerksamkeit uns gegenüber haben, ist ebenfalls durch unser sonstiges Schweigen geprägt.

 

Benediktinisches Klosterleben wird wesentlich vom Schweigen geprägt. Die Stille, die auch Gäste oft in Klöstern suchen, soll innerhalb der Gemeinschaft durch Zeiten für Schweigen, Zeiten für arbeitsbezogene Gespräche sowie durch Zeiten für Unter­haltung und Erholung gewährleistet werden. Gerade wegen der vielfältigen arbeitsbedingten (oft auch nur scheinbaren) Not­wendigkeiten bedarf Schweigen auch im Kloster einer großen Selbstdisziplin.

Schweigen ist dabei jedoch, wie die dafür notwendige Disziplin, nicht ein „Wert an sich” oder Ausdruck der Verachtung von Kommunikation. Weder geht es um ängstliches Stillhalten noch um stolze Zurückgezogenheit oder Gleichgültigkeit den anderen gegenüber. Die Stille stellt das Hören in den Vordergrund und soll ermöglichen, während des gesamten Tages konzentriert zu bleiben auf Gott und die anderen hin, sie soll helfen, nicht ständig gegen Ablenkungen angehen zu müssen, sich - je nach Art der Arbeit - auch außerhalb der Zeiten für Lesung und Gebet innerlich weiter mit einem Text, einer Frage oder einem Bild beschäftigen zu können. Unser äußeres und inneres Schweigen schafft den Raum und die Stille, um Gott auch im leisesten Flüstern zu hören.

Schweigen ist auch Respekt vor der Privatsphäre der anderen, denn es bedeutet, die eigenen spontanen Ideen, Gedanken oder Launen nicht sofort in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen, sie nicht für das gerade in diesem Moment absolut Wichtigste zu halten, sondern der anderen Raum und Zeit für ihre Konzentration und ihre Überlegungen zu lassen.

Gerade weil wir das Schweigen schätzen, lernen wir auch die Bedeutung und den großen Wert eines guten Gespräches, eines anregenden Vortrages oder auch einfach einer Stunde der Unterhaltung neu und tiefer kennen. Nur aus dem Schweigen heraus ist wirkliches Gespräch möglich, kann ich die andere wirklich wahrnehmen und ihr Raum geben, statt diesen selbst auszufüllen. Die Bedeutung, die wir einem Gespräch beimessen, der vollen Aufmerksamkeit, die wir dabei der anderen schenken wollen, sowie der Respekt, den wir für ihre Zeit und ihre Aufmerksamkeit uns gegenüber haben, ist durch den Kontrast zum sonstigen Schweigen geprägt und aus dessen Kraft gespeist.

Auch für unser klösterliches Schweigen gibt es ein breites Be­deutungsfeld, das umrissen werden kann mit Begriffen wie Ernsthaftigkeit, Geduld, Offenheit, Freiheit, Loslassen-Können, Begegnungsfähigkeit, Gelassenheit. Denn wirkliches Schweigen, das viel mehr ist als nur Wortlosigkeit, heißt auch, innerlich zur Ruhe zu kommen, weder um Probleme noch um Erfolge endlos zu kreisen, sich nicht im Selbstgespräch abzulenken, andere zu richten oder stets allen äußeren Anforderungen durch Rückzug in die private innere Welt auszuweichen.

So verstanden ist Schweigen alles andere als Passivität, Denk­faulheit oder ein Sich-Verschließen und auch keine frömmelnde Weltferne. Schweigen ist ein bewusster und konzentrierter Akt, der Aufmerksamkeit fordert und die Achtsamkeit für die Welt und die anderen fördert. Der Bezugspunkt ist dabei hier wie in all unseren Bemühungen nicht ein asketisches Ideal oder eine tugendsame Demutsübung, sondern Gott und sein liebevoller und (heraus)fordernder Anspruch an uns.