Die Liturgie in der Abtei Mariendonk

Das Herzstück der Kirche ist ihre Liturgie. In ihr werden Wesen und Ziel der Kirche erkennbar. Das gilt auch für unsere monastische Gemeinschaft, die eine Kirche im Kleinen ist; auch von ihr kann man sagen, dass ihr Wesen sich in ihrer Liturgie zeigt und sie durch die Liturgie ihre Prägung erhält.

Die Kirche wird in der Liturgie immer neu auf ihr Ziel hingelenkt, so dass in der Liturgie die gesamte Ausrichtung der Kirche und auch die einer monastischen Gemeinschaft wie der unsrigen deutlich wird. Michael Schneider formuliert das sehr klar: „Die Liturgie der Kirche stimmt in jene Liturgie ein, die Christus am Thron seines Vaters darbringt. Tritt der Mensch in diese Liturgie ein, entspricht er seiner tiefsten Bestimmung vor Gott" (M. Schneider, Eucharistie und Stundengebet). Für unsere Gemeinschaft und für alle, die mit uns Liturgie feiern, ist es darum wichtig zu verstehen, welche Grundsätze für die Gestaltung unserer Liturgie maßgebend sind.

Grundsätze und Inhalte der Liturgie in Mariendonk 

Liturgische Sprache

Die Einheit unserer Gemeinschaft soll gerade dann zum Ausdruck kommen, wenn wir vor Gott stehen und uns als die eine Kirche bekennen. Es gibt zwar verschiedene Gnadengaben und verschiedene Ausprägungen der einen Berufung zur Heiligkeit, aber alle Glieder bilden den einen Leib Christi, der das eine Opfer vor dem Vater darbringt. Voraussetzung dafür, dass wir bei der Feier des Gottesdienstes wirklich eins sind, ist eine gemeinsame Sprache aller Mitfeiernden. Wir sind uns bewußt, dass viele Gründe für die lateinische Sprache sprechen, auch ist diese Sprache aufgrund ihrer zahlreichen Vokale zum Singen hervorragend geeignet. Aber wenn man lateinisch betet und die Sprache nicht völlig beherrscht, so dass man eine Übersetzung zu Hilfe nehmen muss, kann das Beten nicht so unmittelbar vollzogen werden wie in der Muttersprache, in der es wirklich mit Geist und Herz realisiert werden kann. Daher hat unsere Gemeinschaft sich entschieden, alles - also nicht nur die Psalmen, Antiphonen, Responsorien und Hymnen, sondern auch die Messgesänge - in Deutsch zu singen, um so die Einheitlichkeit unseres Dienstes vor Gott zu betonen. Auch die Gäste können so aktiv am Gottesdienst teilnehmen und sich dem Chor der Schwestern anschließen. Zwischen 1965 und 1980 wurden alle Texte und Gesänge in Mariendonk ins Deutsche übersetzt. Die Leitung dieser großen Aufgabe hatte unser damaliger Spiritual, Pater Dr. Bonifatius Fischer, ein erfahrener Philologe, der lange Jahre Leiter des Vetus-Latina-Institutes in Beuron war. Mit ihm zusammen arbeiteten Sr. Luitgardis Hecker, die damalige Priorin und spätere Äbtissin (1982-2005), und Sr. Theresia Heither an diesem Projekt. Es wurden alle Texte, die Psalmen, Messgesänge, Antiphonen, Hymnen, aber auch die Orationen, kurz das gesamte Offizium in die deutsche Sprache übertragen. Heute benutzen wir in Mariendonk sechs verschiedene Bücher, d.h. je ein Buch für die Advents- und Weihnachtszeit, für die Fastenzeit, für die Karliturgie und die Osternacht, für die Osterzeit, für die Jahreszeit und für Feste. In diesem Buch finden Schwestern und Gäste alle Texte für das Stundengebet und die Messe. Als Problem ergibt sich allerdings aus dieser Entscheidung für die deutsche Sprache, dass die Texte alle 30 Jahre überarbeitet werden müßten, denn das Deutsche als eine lebendige Sprache verändert sich sehr schnell. 

 Gesang

Liturgie ist der Dienst der Kirche, Empfang des Wortes und des Handelns Gottes und Antwort der Gemeinschaft. Dieses gemeinschaftliche Tun gelingt eher mit Hilfe des gesungenen als des gesprochenen Wortes. Daher singen wir das ganze Offizium und zwar nach den Melodien des gregorianischen Chorals, der das Wort in einzigartiger Weise zum Ausdruck bringt. Wir singen alles a-capella, weil die mehrstimmige Begleitung nicht zum Choral passt. Die Orgelmusik hat ihren Platz beim Ein- und Auszug. Sie unterstreicht den festlichen Charakter des Gottesdienstes. Nach dem 2. Vatikanischen Konzil, als wir sowohl am gregorianischen Choral festhalten als auch auf die deutsche Sprache übergehen wollten, erschien dies zunächst unmöglich, da Gregorianik und Latein sehr eng zusammen gehören. Daher war eine lange und auch manchmal mühevolle Zeit der Erprobung nötig, bis wir eine gute Form gefunden hatten, die eine möglichst nahe Übereinstimmung von Choral und deutschem Text darstellt. Jetzt wird alles einheitlich in deutscher Sprache und gregorianischem Choral gesungen, um so eine Einheitlichkeit zu wahren, die unser Leben kennzeichnet. Die ursprünglichen Melodien des Chorals wurden beibehalten und mit deutschem Text unterlegt. Dabei wurde mit dem Text etwas freier umgegangen, damit Melodie und Text zusammenpassen, wobei es natürlich nicht ohne Kompromisse abging. Die Psalmen mussten wir ganz neu übersetzen, um sie in den Kirchentonarten singen zu können. Dafür wurden neben dem traditionellen Vulgatatext auch der hebräische Text und mehrere bereits vorhandene deutsche Übersetzungen herangezogen. Am schwierigsten war die Harmonie von Melodie und Text bei den Gesängen des Ordinariums herzustellen, weil hier der Text vorgegeben war; nicht alle gregorianischen Ordinariumsgesänge konnten deshalb aufgenommen werden. Bei den Hymnen ergab sich die Schwierigkeit des Versmaßes, das berücksichtigt werden musste. Ganz neu gestaltet hat Pater Bonifatius Fischer die Invitatorien der Sonn- und Ferialtage sowie der Feste, teilweise in Anlehnung an die bestehenden Invitatorien. Sie sollten leicht singbar und flüssig sein, um dem Sinn eines Invitatoriums zu entsprechen. Wegen der Neuübersetzung, die gleiche Worte immer gleich wiedergibt, der durchgängigen Beibehaltung der alten Melodien und der durchgehend deutschen Sprache prägt ein sehr einheitlicher Stil unser gesamtes Chorgebet.

Stundengebet

Wir halten nicht an den sieben Tagzeiten, von denen Benedikt in seiner Regel spricht, fest, sondern wir heiligen den Tag durch unser Gebet am Morgen, am Mittag und am Abend. So wird das Anliegen Benedikts gewahrt, dass unsere ganze Zeit dem Herrn gehört. Gleichzeitig haben wir aber auch zusammenhängende Arbeitszeiten, die es uns ermöglichen, unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Gottesdienstzeiten werden, außer in den Konventsferien, wo das Morgenoffizium eine halbe Stunde später stattfindet und an Ostern und Weihnachten, wo wir Vesper und Komplet eine Stunde früher halten wegen der langen nächtlichen Feiern, niemals verschoben. Damit wollen wir bezeugen, dass sich unsere Tageseinteilung nach dem Gottesdienst richtet, nicht der Gottesdienst nach unserer sonstigen Veranstaltungen. Außer den Gottesdienstzeiten Morgenoffizium, Mittagshore, Vesper und Komplet gibt es in Mariendonk keine Andachten oder andere Gottesdienste. Einzige Ausnahme ist die Gräbersegnung am Allerseelentag. Inhaltlich ist unser Offizium nach dem 2. Vatikanischen Konzil reicher geworden, vor allem durch die viel längeren Lesungen, die aus der Heiligen Schrift und den Kirchenvätern zusammengestellt wurden, aber auch durch den Reichtum der Orationen und Präfationen, die wir den alten Sakramentaren entnommen haben. Ebenso wurde der Schatz an Hymnen aus alten Texten, wie sie in den Analecta Hymnica tradiert werden, erweitert. Das persönliche Gebet und die Lesung sind ganz auf den gemeinsamen Gottesdienst hin geordnet. Dadurch wird angestrebt, dass das gemeinsame Gebet auch zum persönlichen Gebet jeder einzelnen Schwester wird. Um den Reichtum der Liturgie immer mehr zu erschließen, halten wir am Morgen mindestens eine halben Stunde Betrachtung, am Abend ist die gleiche Zeit für die Lesung und Vertiefung des Glaubens vorgesehen. Regelmäßige Konferenzen in der Woche sollen ebenfalls dazu beitragen, die Schrift immer intensiver und existenzieller zu verstehen. Bereits Pater Dr. Hermann Keller (Spiritual in Mariendonk von 1946-1970) hatte angeregt, als Grundmuster für den morgendlichen Gottesdienst die Osternacht zu nehmen, um so die Eucharistie als Mitte des ganzen Chorgebetes deutlich werden zu lassen. Der ausführliche Wortgottesdienst der Vigilien geht der Eucharistie voraus und führt zu ihr hin. So haben wir unser Morgenoffizium zu einer großen Einheit gestaltet, in der mit der Matutin als dem Nachtgebet begonnen wird, dann folgt als Mitte des Gottesdienstes die Eucharistiefeier undden Abschluss bilden die Laudes als Morgenlob. Wichtig war uns, dass im Morgenoffizium nicht drei Gebetszeiten einfach aneinandergereiht wurden, sondern eine wirkliche Einheit entstand: ein Morgengottesdienst. So wurden bewusst Wiederholungen (z.B. das Beten des Vaterunsers, das zum Chorgebet und zur Messe gehört) vermieden, ebenfalls die Aneinanderreihung von Teilen von gleicher Bedeutung und Ausrichtung. So haben wir die Matutin sehr eng mit dem Einleitungsritus der Messe verbunden. Sowohl in der Matutin als auch im Einleitungsritus der Messe gibt es Elemente von gleicher Bedeutung, so entsprechen sich Invitatorium und Introitus sowie Hymnus und Gloria. Wir singen daher entweder Invitatorium oder Introitus, Hymnus oder Gloria, so dass diese nicht einfach aneinandergereiht werden, sondern der jeweiligen Tagesfeier angepasst sind. So gehören zu einem Fest bei uns Introitus und Gloria, zu einem Ferialtag das Invitatorium und der Hymnus. Das Schuldbekenntnis beten wir abends vor der Komplet, in der Eucharistiefeier singen wir das Kyrie eleison. Alle Propriumsgesänge außer dem Introitus, also Graduale, Halleluja oder Traktus, Offertorium und Communio werden jeden Tag gesungen. Die Fürbitten sind bei uns meistens sehr knapp, d.h. es wird nur das Anliegen genannt. Nur bei besonderen Anlässen, wie z.B. Einkleidungs-, Profess- und Jubiläumsfeiern sind die Fürbitten ausführlich formuliert. Der Friede Christi wird vom Altar her der versammelten Gemeinde geschenkt. Deshalb geht er vom Priester aus, der ihn der Äbtissin oder Priorin als Vertreterin unserer Gemeinschaft und den Gästen an ihren verschiedenen Plätzen (im Chor oder in der Gästekapelle) gibt. Von diesen Vertretern der Gesamtgemeinde wird er dann an die anderen weitergegeben. Vor der Kommunion als Begleitgesang zum Friedensgruß singen wir das "Agnus dei" Das Vorbereitungswort vor der Kommunion beten wir persönlich und still. Damit unterscheiden wir zwischen gemeinsamem und persönlichem Gebet. In der Matutin und in der Mittagshore singen wir den Hymnus am Anfang der Gebetszeit, in den Laudes und in der Vesper am Ende. Das Vaterunser hat seinen Platz in der Eucharistiefeier und der Vesper. In der Mittagshore entfällt das Vaterunser, weil es im Refektorium als Tischgebet gesprochen wird.

Psalmen

Weil Benedikt ausdrücklich sagt, man könne auch eine andere Psalmenordnung wählen, haben wir die Psalmen ganz neu auf die Gebetszeiten verteilt. Dabei wurden die Psalmen nach ihrem Inhalt geordnet und der passenden Tagzeit zugeordnet. Die Psalmenverteilung folgt keinem immer wiederkehrenden Rhythmus, sondern wechselt je nach den verschiedenen Festzeiten. Wir singen alle Psalmen, aber nicht alle jede Woche oder in vierzehn Tagen. „Alle Psalmen" bedeutet auch: alle Verse der Psalmen, wir lassen keine Verse aus, sondern versuchen, die schwierigen Psalmen im Licht des Neuen Testaments und der Botschaft Christi zu verstehen. Dabei sind uns die Kirchenväter eine große Hilfe. Der Einleitungspsalm der Matutin wechselt. Nur an den Sonntagen der geprägten Zeiten des Kirchenjahres  singen wir den von Benedikt  genannten Psalm 3. Für die Sonntag im Jahreskreis haben wir uns für Psalm 94 entschieden, der für Benedikt der typische Invitatoriumspsalm ist. Da wir an Sonn- und Festtagen statt des Invitatoriums den Introitus der Messe singen, hätte dieser Psalm sonst keinen Platz mehr gefunden. Für andere Tage wurden weitere Psalmen, vor allem die Wallfahrtspsalmen als Invitatorium eingesetzt. Ansonsten beten wir in der Matutin Klagepsalmen, in der Osterzeit sind es die Klagepsalmen des Volkes bzw. die Geschichtspsalmen. Weniger Abwechslung gibt es bei den Psalmen, die sich als Begleitgesang bei der Kommunion eignen. Sie sind zu allen Zeiten gleich, und nur an den Festen singen wir andere Psalmen, die dem Festinhalt entsprechen, z.B. Ps 117 (118) in der Osterwoche. In den Laudes singen wir Loblieder und Hymnen; diese sind zahlenmäßig sehr viel geringer, weshalb  sie öfter vorkommen. Für die Mittagshore sind die Weisheitspsalmen vorgesehen, für die Vesper Dank- und Vertrauenslieder. In der Komplet werden täglich die drei Psalmen gesungen, die Benedikt für diese Gebetszeit angibt. Außerdem singen wir viele Cantica, nämlich 31 aus dem Alten Testament und drei aus dem Neuen Testament, von letzteren das Benediktus und das Magnifikat täglich, das Lied des Simeon in der Komplet an den Kartagen.

Schriftlesung

Da Gott sich sich in allen Teilen der Heiligen Schrift offenbart, lesen wir im Gottesdienst die ganze Heilige Schrift. Wir lesen das Alte Testament innerhalb von drei Jahren, das Neue Testament jedes Jahr. Im Prinzip wird alles gelesen, nur einige Wiederholungen und die langen Namenslisten, sei es bei den Genealogien oder den Aufzählungen der verschiedenen Stammesangehörigen, werden ausgelassen. Eine Kurzlesung, wie früher in allen Horen üblich, gibt es bei uns nur noch in der Komplet. Der Leseordnung der Gesamtkirche ist immer das Evangelium entnommen, nur in der Osterwoche haben wir die Evangelien anders angeordnet, damit die Auferstehungsberichte jedes Evangelisten im Zusammenhang gelesen werden können. Am Sonntag entsprechen auch die alttestamentliche und die Apostellesung in der Messe der allgemeinen Leseordnung. Alle anderen Lesungen haben wir neu eingeteilt. Die geschichtlichen Bücher des Alten Testaments werden in der Matutin gelesen, wobei die Königsbücher im dritten Jahr mit den Chronikbüchern im sechsten Jahr abwechseln. Die übrigen Bücher des Alten Testaments auf die Lesungen in der Mittagshore und  der Vesper aufgeteilt. Bestimmte Teile des Alten Testamentes, die besonders prägend sind für das Verständnis des Neuen Testaments werden jedes Jahr gelesen, z.B. manche Teile aus Deuterojesaja (die Gottesknechtlieder) oder Jeremia. In den geprägten Zeiten der Fastenzeit, der Tage vor Pfingsten und der Tage vor Weihnachten hören wir in einigen Jahren in der Mittagshore und Vesper fortlaufende Lesungen aus den Werken der Kirchenväter, in anderen Jahren biblische Texte. An den Sonn- und Feiertagen hören wir in der Lesung der ersten Vesper, in der Mittagshore und der zweiten Vesper Erklärungen der Kirchenväter zum Evangelium des Tages.

Feste und Gedächtnistage

Das 2. Vatikanische Konzil hatte den Wert der Ferialtage betont und gewünscht, dass die Werktagsordnung nicht zu oft durch Heiligenfeste unterbrochen wird. Wir feiern daher alle Hochfeste und Herrenfeste, dazu die wichtigen Marienfeste, die benediktinischen Feste, die Feste der Apostel und der alten Martyrer als Vertreter der Kirche der Erstgeborenen im Himmel. Ein Kriterium für die Gestaltung der Feste war für uns der Schatz an überlieferten gregorianischen Gesängen. Wir haben alle Gesänge in unser Offizium aufgenommen, sie aber anders zusammengestellt, wie es auch das Graduale Romanum nach dem zweiten Vaticanum getan hat. Die Commune-Gesänge wurden so auf die einzelnen Feste verteilt, dass sie nur einmal vorkommen. Wir feiern daher die Feste sehr unterschiedlich, manche Feste haben viele eigene Messgesänge und Antiphonen, andere hatten im alten Antiphonale nur Commune-Gesänge, oder es ist nur eine einzige Antiphon erhalten, die zu diesem Fest spezifisch gehört. So feiern wir jedes Fest mit seinen charakteristischen Gesängen, seien es Messgesänge, Antiphonen oder Hymnen. Auch die im alten Antiphonale enthaltenen Hymnenmelodien wurden alle, wenn auch oft an einem anderen Ort verwandt. Gedächtnistage werden zum Teil nur durch eine Oration hervorgehoben, andere dagegen haben ein ganz eigenes Offizium, wie das Gedächtnis der heiligen Maurus und Placidus.

Sonntag

Der Sonntag als Tag der Auferstehung ist der erste Tag in der christlichen Woche. Er beginnt am Samstag mit der ersten Vesper. Für die Magnifikatantiphon der ersten Vesper haben wir passend zum Text der ersten alttestamentlichen Lesung des Sonntags neue Antiphonen, d.h. Antiphonen mit vorhandener Melodie aber neuem Text geschaffen. So wird schon in der ersten Vesper des Sonntags auf den Gedanken, der in den Lesungen des Sonntags zum Ausdruck kommt, hingelenkt. Auf das Verständnis des Evangelium bereitet uns eine Lesung aus den Kirchenvätern vor, in der der jeweilige Text des Sonntagsevangelium erklärt wird.  Auch die Benediktus- und Magnifikat-Antiphonen des Sonntags passten nach dem Konzil nicht mehr zu den angegebenen Sonntagen, weil sich die Leseordnung geändert hatte. Wir haben diese Antiphonen teilweise umgestellt, teilweise auch neue Antiphonen mit den vorgegebenen Melodien, aber anderem Text geschaffen, so dass diese Antiphonen den Text des Evangeliums aufgreifen. In der Mittagshore und in der Vesper hören wir am Sonntag ebenfalls Erklärungen der Kirchenväter zum Tagesevangelium. So wird in unserer Liturgie das Sonntagsevangelium sehr betont.

Statio und Gebetshaltung

Außer vor der Komplet halten wir an der alten Tradition der Statio im Kreuzgang fest und am gemeinsamen Ein- und Auszug, um den Festcharakter jedes einzelnen Offiziums zu betonen. Die Zeit der inneren und äußeren Sammlung bereitet uns auf den Gottesdienst vor. Wegen der alten und behinderten Schwestern knien wir nicht mehr gemeinsam, sondern verwenden als Zeichen der Ehrfurcht, sowohl beim Eintritt und beim Verlassen der Kirche, als auch bei der Wandlung eine tiefe Verneigung. Die normale Gebetshaltung, wie sie in der frühen Kirche üblich war, ist das Stehen. Bei den Lesungen und der Psalmodie sitzen wir. Das Vaterunser in der Eucharistiefeier heben wir als das Gebet schlechthin besonders hervor, indem wir, wie es in der Schrift vielfach bezeugt wird, die Hände zum Himmel erheben.

Weihrauch

Außer vor der Komplet halten wir an der alten Tradition der Statio im Kreuzgang fest und am gemeinsamen Ein- und Auszug, um den Festcharakter jedes einzelnen Offiziums zu betonen. Die Zeit der inneren und äußeren Sammlung bereitet uns auf den Gottesdienst vor. Wegen der alten und behinderten Schwestern knien wir nicht mehr gemeinsam, sondern verwenden als Zeichen der Ehrfurcht, sowohl beim Eintritt und beim Verlassen der Kirche, als auch bei der Wandlung eine tiefe Verneigung. Die normale Gebetshaltung, wie sie in der frühen Kirche üblich war, ist das Stehen. Bei den Lesungen und der Psalmodie sitzen wir. Das Vaterunser in der Eucharistiefeier heben wir als das Gebet schlechthin besonders hervor, indem wir, wie es in der Schrift vielfach bezeugt wird, die Hände zum Himmel erheben

Teilnahme von Gästen

Die liturgische Versammlung besteht aus allen Menschen, die sich in einem Kirchenraum zum Gottesdienst versammeln, unabhängig davon, ob sie zur jeweiligen Ortsgemeinde gehören. Um diese Einheit sichtbar zu machen, haben wir den Gästen eine unmittelbarere Teilnahme ermöglicht. Dazu wurden hinter den Priestersedilien Sitzplätze für Gäste geschaffen. Weibliche Gäste, die oft kommen und darum bitten, können in Einzelfällen auch direkt im Schwesternchor am Gottesdienst teilnehmen. Dasselbe gilt für unsere Oblaten. Alle Gäste erhalten bei uns ein vollständiges Chorbuch, in dem sie sowohl das Stundengebet als auch die Meßgesänge finden. Sie dürfen mitsingen, vorausgesetzt sie fügen sich in den Chor der Schwestern ein.