Tagebuch (14)
Bei der Feier der Profess bekommen wir unser Chorbuch überreicht mit den Worten: „Empfangen Sie das Buch für unsere Gebetszeiten; Sie sind von jetzt an beauftragt, täglich mit uns das Gotteslob zu feiern zum Heil der Welt.“ Gerade in diesen Tagen wird mir die Bedeutung dieser Worte neu deutlich. Unser Gebet ist keine Privatsache, sondern ein Auftrag der Kirche zum Heil der Welt, es ist nichts, was wir nur zur eigenen Freude tun, sondern ein Dienst für alle Menschen. Gerade jetzt, wo unsere Kirche abgeschlossen sein muss, wenn wir Gottesdienst feiern, erleben wir besonders deutlich, was Stellvertretung heißt. Wir beten nicht für uns, sondern für und mit allen.
Innerhalb der Gemeinschaft verändert sich der Blich auf die Mitschwestern. Ich freue mich über jede, die ich sehe, der ich begegne, und bin dankbar, dass sie da ist, dass sie - noch - gesund ist, dass ich da bin und - noch - gesund bin.