Tagebuch (15)
Wenn man der momentanen Situation etwas Positives abgewinnen will, dann lernen wir in diesen Tagen neu, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden, auf Dinge und Pläne zu verzichten, die wir eigentlich wollten und vorhatten, und dankbar zu sein für das, was jeder Tag uns schenkt. Ich merke erst jetzt, wie vieles ich in diesem Jahr geplant hatte, was nun nicht stattfinden wird. Und ich merke, dass davon die Welt nicht untergeht.
Es gibt ein schönes Gedicht von W. Bruners, „Rat“. Pfarrer Bruners rät darin, die ersten Informationen aus den Psalmen, also dem Wort Gottes, zu nehmen und erst danach die Zeitung mit ihren Hiobsbotschaften zu lesen. Das Gedicht ist älter und hat mit der Corona-Pandemie gar nichts zu tun, trotzdem paßt es gut in die jetzige Situation.

Rat

Verabschiede die Nacht
mit dem Sonnenhymnus
auch bei Nebel

hol dir die ersten
Informationen aus den
Liedern Davids

dann höre die
Nachrichten und lies
die Zeitung

beachte die Reihenfolge
wenn du die Kraft
behalten willst
die Verhältnisse zu ändern        (W. Bruners)