Tagebuch (27)
Eben fiel mir ein Text von George MacDonald in die Hände, der vielleicht im Moment nachdenkenswert ist. Auf MacDonald wurde ich durch C.S.Lewis aufmerksam, der ihn immer wieder zitiert. Der Text hat den Titel „Unnötige Aufregungen“.
„Wir trüben unsre Aufmerksamkeit mit Kleinigkeiten, füllen die himmlischen Räume mit Gespenstern, vergeuden die himmlische Zeit mit Hast. Wenn ich mir wegen einer Kleinigkeit Sorgen mache, sogar einer eingestandenen Kleinigkeit, dem Verlust irgendeines unwichtigen Gegenstandes zum Beispiel, mein Gedächtnis anstrenge, im Haus das Unterste zuoberst kehre, nicht aus einer unmittelbaren Notwendigkeit, sondern aus Verdruß über den Verlust an sich; wenn ich ein Buch ausgeliehen und nicht zurückbekommen habe und der Name des Entleihers mir entfallen ist, so dass ich mich über das Fehlen eines Bandes aufrege, ist es dann nicht Zeit, dass ich einige Dinge verliere, da ich so unvernünftig an ihnen hänge? Der Verlust von Dingen ist ein Zeichen der Gnade Gottes: er soll uns lehren, sie fahren zu lassen. Oder ich habe einen Gedanken verloren, der irgendwie mit der Wahrheit zu tun hatte und versuche verzweifelt, ihn zurückzurufen, bin unglücklich, bis ich ihn wieder gefunden habe, vielleicht nur, um ihn noch weit mehr zu verlieren in einem Notizbuch, in dem ich nie mehr danach schauen werde! Ich vergesse, dass es Gott auf Lebendiges ankommt.“