Tagebuch (28)
In dem Fürbittenbuch in unserer Krypta fand ich den Eintrag: „Gott der Liebe und der Hoffnung - beschütze deine Welt!“ Als ich diese Bitte in mein Gebet übernahm, stutzte ich zunächst: „Beschütze deine Welt!?“ Ist es nicht doch eher unsere Welt? Können wir zu Gott sagen: „Beschütze deine Welt?“ Hat er nicht die Welt in unsere Hände gegeben, damit wir die Erde bebauen und die Schöpfung als Lebensraum erhalten und pflegen? Ist nicht die Erde unsere Welt und sind nicht wir allein verantwortlich für das, was auf ihr geschieht?
Aber die Bibel sagt uns auch, dass Gott die Welt und den Menschen zu seiner Freude geschaffen hat, dass er sich über die Schöpfung freute, als er sah, dass sie gut, ja sehr gut war. Vor allem freut Gott sich über den Menschen: „Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich dein Gott über dich“ und: „Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte... Er freut sich und jubelt über dich, er erneuert seine Liebe zu dir, er jubelt über dich und frohlockt, wie man frohlockt an einem Festtag.“ Das heißt doch: Gott ist die Welt nicht egal, er freut sich über seine Schöpfung, er nimmt Anteil an der Welt. Und das erst recht nach der Menschwerdung seines Sohnes Jesus Christus, der in die Welt kam als Mensch wie wir, der in ihr gelebt hat, der gestorben und auferstanden ist und der als der Auferstandene die Wundmale behält und sich so seinen Jüngern zu erkennen gibt.
So kann ich also mit gutem Recht beten: „Gott der Liebe und der Hoffnung - beschütze deine Welt!“