Tagebuch (29)
Das Verbot öffentlicher Gottesdienste wurde gerade bis zum 4. Mai verlängert - staatlicherseits, aber auch von Seiten unseres Bistums. Man könnte nun sagen, dass dieses Verbot uns Schwestern von Mariendonk als geschlossene monastische Gemeinschaft nicht betrifft, aber das stimmt nicht, es betrifft uns sehr, denn es ist uns immer wichtig gewesen, ein offenes Haus zu haben und unseren Gottesdienst nicht bei verschlossenen Türen zu feiern. Doch wir werden uns an die Vorschriften halten müssen.
Was aber kann ich Ihnen sagen, die zur Zeit die Eucharistie nicht empfangen können? Vielleicht ist es vor allem wichtig, sich klar zu machen, dass Eucharistie kein Ding ist, das man empfängt, sondern ein Geschehen, etwas, was man tut. Das griechische Wort eucharistein bedeutet danken, es bedeutet, Gott zu danken für alles, was er uns geschenkt hat: das Leben, die Gemeinschaft mit Christus und... und... und... Dieses Danken kann einem kein Virus nehmen.
Kirche ist kein Gebäude und keine Hierarchie, sondern überall dort, wo Christus ist und wo Menschen durch ihn dem Vater danken. Und er ist überall, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind: an jedem Eßtisch, in jedem Gespräch über den Glauben, in jedem gemeinsamen Gebet.