Ich halte nichts davon, Kolumbus-Statuen zu stürzen oder an Kathedralen die antisemitischer Figuren zu entfernen. Man verdrängt damit die Vergangenheit, ohne wirklich aus ihr zu lernen.
Ein Denkmal oder ein Kunstwerk muss nicht immer ein Gegenstand der Verehrung sein, es kann auch erschrecken, nachdenklich machen oder Erleichterung darüber auslösen, dass etwas vorbei ist.
Christoph Kolumbus hat Amerika entdeckt und die Folge war entsetzliches Blutvergießen. Das sollte man wissen und nicht verdrängen. Aber man kann die Geschichte nicht zurückdrehen und alle Bewohner Amerikas außer den Nachkommen der indianischen Ureinwohner auffordern, das Land zu verlassen. Zeichen des Antisemitismus an unseren Kirchen sollten bleiben und ebenso wie die Gedenkstätten in den ehemaligen Konzentrationslagern warnend auf das hinweisen, was geschehen ist und nie wieder geschehen darf.
Es ist gefährlich, das vergangene Böse nicht sehen zu wollen, ja die Erinnerung daran auszulöschen, man schafft damit keine heile Welt.