Wir alle müssen mobil und flexibel zu sein, jederzeit bereit für Veränderung. Alles ist nach drei bis vier Jahren veraltet, muss angepasst oder ersetzt werden. Wenn mir eine Mitschwester erklärt, sie brauche einen neuen Computer oder Drucker und ich erstaunt bin, weil ich meine, sie hätte erst vor Kurzem etwas Neues bekommen, dann wird mir geantwortet, das Teil sei schon fünf Jahre alt und völlig veraltet. Leider stimmt das meistens, unsere Welt verändert sich so schnell, dass fünf Jahre alte Dinge Dinosaurier sind.
Diesen Anpassungsdruck spüre ich auch im Geistigen. Unsere Homepage? Völlig antiquiert! Unser Gottesdienst? Reißt keinen jungen Menschen vom Hocker! Wir sind nicht in den sozialen Medien? Dann haben wir keine Zukunft! Unsere Angebote für Gäste? Nicht das, was die Gegenwart braucht!
Gut, aber was braucht die Gegenwart? Außer der Forderung nach permanentem Wandel kennt die Postmoderne auch die Forderung nach Authentizität. Damit ist gemeint, dass Denken, Reden und Tun im Einklang sind. Authentizität steht aber unter Umständen im Gegensatz zu Flexibilität und Veränderungsbereitschaft. Soll ich mein Beten ändern, das für unsere Gemeinschaft authentisch ist, weil etwas anderes modern ist?
Dahinter stehen viele Fragen, die Frage nach Mission bzw. Neuevangelisierung, die Frage nach Bewahrung von Tradition und ganz allgemein die Frage nach Übersetzung. Papst Franziskus fordert immer wieder Neuevangelisierung und dazu braucht es den Blick darauf, was der andere versteht. Gleichzeitig aber verliert die Neuevangelisierung ihren Gegenstand, wenn nicht immer wieder zurückgeschaut wird zur Quelle, dem lebendigen Wort Gottes, Jesus Christus.