Ein Nachtrag zu dem Blogeintrag vom 6.6.: Es gibt nicht nur die Diskrepanz zwischen Reden und Tun, sondern auch die zwischen äußerem Handeln und innerem Gefühl. Sehr oft sagen mir Menschen, die Forderung Jesu, seinen Nächsten zu lieben, sei nicht zu erfüllen, denn Liebe könnte man nicht befehlen. Letzteres ist natürlich richtig, jedenfalls soweit es um Liebe als ein Gefühl geht. Aber meinte Jesus das? Ich denke, seine Beispiele zeigen eher, dass wollte, dass wir den  Anderen wie uns selbst behandeln, d.h. um seine leiblichen, geistigen und seelischen Bedürfnisse genauso besorgt sind wie für unsere eigenen, auch wenn er uns herzlich unsympathisch ist. Das ist Nächstenliebe; das Gefühl der Liebe ist demgegenüber völlig zweitrangig. Handeln wir so, wie wir sein wollen und wie wir erkannt haben, das es richtig ist. Das ist keine Heuchelei, sondern solches Tun trägt die Hoffnung in sich, dass unser Tun uns prägen und unser Inneres, auch unsere Gefühle, nachziehen wird. Anders gesagt: Verhalten wir uns wie Menschen, die ihren Nächsten lieben, dann werden wir zu solchen Menschen!