Papst Franziskus hat aus Sorge um die Einheit der Kirche im Motu proprio „Traditionis custodes‟ betont, dass der Ritus der Messe, wie er nach dem 2. Vatikanischen Konzil festgelegt wurde, der einzige Ritus der römisch-katholischen Kirche ist. Wie zu erwarten war, sind alle, die den außerordentlichen Ritus feiern, sehr verletzt und viele empören sich über den Papst. Wie ebenfalls zu erwarten war, triumphieren die anderen.
In Mariendonk feiern wir den normalen zugelassenen Ritus, insofern ändert sich für uns nichts. Triumphieren würde ich trotzdem nicht, auch ist es nicht meine Aufgabe, anderen gute Ratschläge zu geben, wohl aber sehe ich deutlich, dass das Dokument auch uns betrifft, die die zugelassenen Ritus feiern. Wir alle müssen umkehren und jede Gemeinde, jeder Priester muss sich fragen, ob sie zu denen gehören, die mit ihrer „kreativen‟ Art, die heilige Messe zu feiern, nicht mitschuldig geworden sind, dass andere meinen, nur noch den außerordentlichen Ritus ertragen zu können.
Es wäre gut, wenn wir als Reaktion auf das neue Motu proprio ein paar einfache Schritte gingen:
Als Gläubige könnten wir
•    wieder stärker die Ehrfurcht vor Gott zum Ausdruck bringen (Knien beim Betreten der Kirche, Schweigen in der Kirche, kein extensiver Friedensgruß)
•    darum bitten, dass die Messe nach den liturgischen Büchern gefeiert wird, weil wir Gott begegnen wollen, nicht den Einfälle des zelebrierenden Priesters, mögen diese auch noch so gut sein.
Als Priester wäre es ein Schritt den anderen entgegen, wenn wir
•    wieder häufiger den römischen Kanon verwenden (möglicherweise sogar hin uns wieder auf Latein), statt fast ausschließlich die neuen Hochgebete.
•    die Predigt als gut vorbereitete (auch exegetisch!) Homilie halten, damit die Gläubigen dem Wort Gottes begegnen, nicht den Aktualitäten des Tages.
Diese einfachen Schritte wären ein Zugehen auf die Menschen, die den alten Ritus lieben und ein Versuch, etwas zur Einheit beizutragen. Denn Papst Franziskus geht es vor allem um die Einheit der Kirche, die sich gerade auch in der Liturgie ausdrücken muss.