Sehr deutlich bereits in der frühen afrikanischen Kirche: Die Kirche ist in ihrem Wesen Eucharistiegemeinschaft, Gemeinschaft derer, die in der Teilhabe an Leib und Blut Jesu Christi eine Einheit bilden. Als solche steht sie unter ihrem Bischof, ja, Cyprian kann sogar sagen: “Die Kirche ist im Bischof.” Auch das Zusammensein zweier oder dreier Christen ist für ihn gebunden an die Unterordnung unter den Bischof, den nur er bürgt dafür, dass diese Begegnung im Heiligen Geist stattfindet.
Mir scheint, dass Gemeinschaft mit dem Bischof und Wissen darum, dass nur die Mitfeier der Eucharistie Gemeinschaft mit Christus schenkt, zusammengehören. Wo eins von beiden fehlt, entsteht ein Schisma. Wo eines von beiden fehlt, fehlt in Kürze auch das andere. Wer seinem Bischof die Treue aufkündigt, kann nicht mehr ehrlich die Eucharistie mitfeiern, er wird zuerst das Eucharistiegebet verändern, dann den Ritus und zum Schluss die Sache selbst aufgeben. Wem die Eucharistie „nichts mehr sagt“, braucht auch keine Hierarchie, er wird sich nach und nach einen eigenen Glauben zurechtbasteln und diesen für das eigentliche Christentum halten.
Aber Jesus hat die Bischöfe als Nachfolger der Apostel eingesetzt. Sie sollen Garanten der Weitergabe des Evangeliums sein. Wo und solange sie das sind, hat kein Gläubiger das Recht ihnen den Gehorsam zu verweigern.