Augustinus hat über den Begriff „Opfer‟ intensiv nachgedacht und ihn radikal von jedem kultischen Vollzug getrennt. Gott will uns Menschen und unsere Liebe, wir sind selbst Opfer für Gott, vorausgesetzt wir sind wirklich Menschen seines Wohlgefallens und leben so, wie es Gott gefällt. Aber gerade das können wir als Sünder - und jeder Mensch ist ein Sünder - aus uns heraus nicht. Nur Christus gehörte ganz und gar Gott, seine Speise war es den Willen des Vaters zu tun, nur er war ein wirkliches Opfer und hat gerade dadurch den Weg zu Gott eröffnet. Daraus folgt, das wir anderen in Christus sein müssen, um als Opfer von Gott angenommen zu werden. Dieses Eingehen in Christus ist aber kein individueller Akt („ich gehe in Christus ein“), sondern es geschieht durch das Aufgenommen-Werden in den Leib Christi, die Kirche. Wir werden eins mit Christus, indem wir eins werden mit der Kirche.
Das Opfer der Kirche und das Opfer jedes Christen besteht darin, mit Christus immer mehr eins zu werden. Das Opfer, das wir darbringen, sind wir selbst, wir sind wie Christus zugleich Priester und Opferlamm. Das Feuer, das unsere Opfergabe zu Gott emporsteigen läßt, ist die Liebe, der Altar, auf dem das geschieht, ist unser Herz.
(Dieser Abschnitt verdankt viel dem Buch: J.Ratzinger, Volk und Haus Gottes in Augustins Lehre von der Kirche).