Manchmal bin ich der Diskussionen in der Kirche müde. Zu sehr scheint mir das Zweite, Dritte oder Zwanzigste vor dem Ersten besprochen zu werden. Man kann nicht über Zölibat, Unauflöslichkeit der Ehe oder all die anderen kirchlichen Themen reden, ohne vorher über die Liebe zu Christus zu sprechen, denn alles was man sagt, hängt ohne eine lebendige Beziehung zu Christus völlig in der Luft, ist nicht plausibel, ja mit den Augen von Nichtglaubenden betrachtet geradezu absurd.
Liebe zu Christus ist nicht die Hochschätzung eines vor 2000 Jahren Verstorbenen - das scheinen auch Katholiken zum Teil zu glauben -, sondern die Beziehung zu einem Lebenden, der handelt und spricht. - Spricht Christus denn wirklich? - Ja, er spricht, nicht immer sofort, wenn ich es möchte, aber wenn ich warte und mich auf ihn ausrichte, spricht er deutlich zu mir. Ich erkenne sein Wort daran, dass es nicht mit der Stimme meines eigenen Herzens übereinstimmt, sondern von außen kommt und mich liebevoll und bestimmt auf neue Wege führt.