„Das Volk, das in Finsternis geht, schaut ein großes Licht“ (Jes 9,1).
Unsere Welt ist finster trotz großer Fortschritte auf allen Wissengebieten, trotz vieler Bemühungen um ein gutes Leben für alle, trotz Liebe, Zärtlichkeit und Freundschaft. Sie ist finster, weil alles vergänglich ist und wir nichts festhalten können. Sie ist finster, weil sie in jedem Augenblick im Tod versinken kann und niemand von uns weiß, wie viel Zeit ihm noch bleibt.
„Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter“ (Jes 9,5).
Die Kirche hat in diesen Worten eine Ankündigung der Geburt Jesu Christi gesehen. Er ist das Kind, das geboren ist wie jedes irdische Kind, aber zugleich als der ewige Sohn des Vaters ein Geschenk Gottes ist, gegeben aus reiner Gnade.
Dieses Kind kommt in der ganzen Wehrlosigkeit eines Kindes und ist doch zugleich der Herrscher des Weltalls. Allerdings trägt er das Zeichen seiner Herrscherwürde nicht als Szepter in der Hand oder als Krone auf dem Kopf, sondern es liegt auf seiner Schulter, denn die Herrschermacht dieses Kindes besteht nicht in Gewalt und Unterdrückung, sondern in grenzenloser Liebe, die bis in den Tod geht. Das Zeichen seiner Herrschaft ist das Kreuz. Das gehört zur Botschaft von Weihnachten, die damit alles andere als gemütlich ist.