Als Benediktinerinnen haben wir das Professversprechen der Stabilitas, was bedeutet, dass wir in der Regel unser ganzes Leben in derselben Gemeinschaft und am selben Ort leben. „Wie entsetzlich öde!“ höre ich sagen. Kann man so sehen, ich selbst denke, dass mein Leben auch jenseits der eigentlich geistlichen Dimension farbiger ist als das vieler anderer Menschen. Mobilität ist ein Wert in unserer Zeit, die Welt dreht sich immer schneller, was aber dazu führt, dass viele Menschen wie Karussellpferde immer dieselben Vorder- und Hintermänner haben. Wir Nonnen dagegen bleiben stehen und erleben oft fasziniert, wie vielen interessanten Menschen wir begegnen - aus anderen Ländern, mit seltsamen Hobbies, mit neuen Ideen.
Diese Woche war eine Frau aus Holland bei uns zu Gast , die Theremin spielt (wer nicht weiß, was das ist - bei Wikipedia gibt es einen ausführlichen Artikel). Sie schenkte uns ein Konzert, das uns alle sehr beeindruckt hat: Ein Instrument, auf dem man ohne jede Berührung  nur mit winzigen Bewegungen der Hände klassische und moderne Melodien spielen kann und ein Mensch, der das hochkonzentriert tat und uns an seiner Freude Anteil gab. Danke!