Papst Benedikt war für mich ein sehr wichtiger Mensch, im vollsten Sinne des Wortes ein Kirchenvater, d.h. einer auf dessen theologisches Urteil ich vertrauen konnte. Gleichzeitig war er ein Prophet, ein Mensch, der deutlicher als andere die Zeichen der Zeit erkannte und sie aus dem Glauben heraus deutete. Insofern war er fortschrittlicher als all die, die in der deutschen Kirche Veränderungsprozesse in Gang setzen, die doch nur das Ziel haben, die Reste des Status quo zu bewahren.
Zuwider sind mir viele Nachrufe auf Papst Benedikt, vor allem wenn sie von Journalisten oder Bischöfen kommen, die alles getan haben und noch tun um sein Lebenswerk zu ignorieren oder sogar zu zerstören. Er braucht jetzt weder heuchlerische Lobhudelei noch Beurteilungen von oben herab (man fragt sich, ob die Schreiber bereits am Ende der Welt bei Gottes Thron angekommen sind, dass sie so sicher wissen, was standhält und was nicht...), sondern unser Gebet. Wobei auch das nicht sicher ist, vermutlich brauchen wir noch viel mehr sein Gebet.