EucharistiefeierStatio der Schwestern im Kreuzgang

Die Feier der Eucharistie ist in unserem Leben das Allerwichtigste. In ihr begegnen wir Christus und lassen uns von ihm verwandeln. Er schenkt sich uns in den Gaben von Brot und Wein, fügt uns ein in seinen Leib und macht uns zu Schwestern und Brüdern.

In der Eucharistie bekommen wir nicht nur etwas, sondern geben uns selbst hin. Papst Leo der Große schrieb im 5.Jh.: „Unsere Teilhabe an Christi Leib und Blut bewirkt nichts anderes, als dass wir in das verwandelt werden, was wir essen, und den beständig in unserem Geist und Leib tragen, mit dem wir gestorben, begraben und auferstanden sind". In der Eucharistie bringen wir uns Gott dar und bitten, er möge uns annehmen und mit dem Leben seines Sohnes verbinden.

Während wir die irdische Nahrung in unseren Körper verwandeln, verwandelt die Eucharistie uns in den Leib Christi. Und dieser Leib gibt sich hin für die vielen, für das Heil der ganzen Welt. Wir glauben, dass wir, wenn wir Eucharistie feiern, Himmel und Erde, Gott und Mensch verbinden und damit einen Dienst leisten, den die Welt dringend braucht, wichtiger als alles andere. Wenn all unsere kirchlichen Einrichtungen und Veranstaltungen wegfielen und nur noch drei Gläubige übrigblieben, die am Sonntag die Messe feierten, gäbe es in Deutschland Kirche.

Eucharistie heißt allerdings auch, dem Kreuz zuzustimmen, dem Kreuz nicht als Wandschmuck, sondern in seiner ganzen Grausamkeit, als der Art, wie Gott die Welt durch den Tod hindurch erlöst und wohin er auch uns führt. Es bedeutet, etwas anzunehmen, was in keiner Weise meinen eigenen Wünschen entspricht. Wir sind in jeder Eucharistiefeier eingeladen, unser Leben in Gott hinein zu verlieren, um es bei ihm zu gewinnen, aber machen wir uns nichts vor, wir spüren den Verlust und oft nehmen wir uns im Alltag wieder vom Altar. Überlassen wir uns aber wirklich dem verwandelnden Wirken Christi, dann schenkt er uns die Freude, die nur er geben kann.