Herzlich Willkommen!

Wir freuen uns, dass Sie unsere Homepage besuchen. Sie finden hier Informationen über unsere Gemeinschaft, über unseren Gottesdienst und über die Art und Weise, wie wir unseren Glauben leben.

Sie sind herzlich willkommen, an unseren Gottesdiensten teilzunehmen oder für einen Gastaufenthalt zu uns zu kommen. In unserem Gästebereich nehmen wir die aktuellen Coronavorschriften sehr ernst. Wenn Sie kommen möchten, sprechen Sie uns bitte an. Wir freuen uns auf Sie!
 

Aktuelles

Tagebuch (54)
Die vielen Möglichkeiten, die wir haben, setzen uns unter Druck und erzeugen Stress. Wir müssen ständig zwischen vielen Optionen wählen und das bedeutet, immer mehr zu verwerfen als anzunehmen - schon allein aus Zeitgründen. Es gibt Menschen, die das nicht können und ständig zwischen allem, was ihnen möglich ist, hin und her zappen. Aber auch wer wählt, weiß, dass er zugleich verwirft, und zwar nicht nur Wertloses, sondern auch Lohnendes und Wichtiges.
Im Moment höre ich oft, dass Corona von dem Vielerlei befreit, dass es - wenn die Sorgen nicht zu groß sind - auch erleichternd ist, bei reduzierten Wahlmöglichkeiten einfach das eigene Zuhause zu genießen.
 
Tagebuch (53)
Wat kütt, dat kütt! Kaum etwas langweilt mich so sehr, wie die breit analysierte, gewichtig vorgetragene Innenschau von Menschen, die genau wissen: „Wie es ihnen geht“, „was sie brauchen“, „wie sie sich fühlen“.
Wat kütt, dat kütt! Wir wissen nicht, was der nächste Tag bringen wird, sicher aber wird er wenig Rücksicht darauf nehmen, ob uns das, was kommt, angenehm ist. Die Welt ist Geschenk und Aufgabe, nehmen wir sie an!
Für Mariendonk heißt das in dieser Woche konkret, dass wir ausloten, was an Gästearbeit wieder möglich ist. Das ist mit viel Arbeit verbunden: Hygienekonzepte, eventuell Anfragen an das Ordnungsamt, Umorganisieren von Arbeit. Und immer gilt: Wat kütt, dat kütt! Steigende Infektionszahlen werden alles zunichte machen. Aber auch wenn sie weiter sinken: Den normalen Betrieb wird es nicht geben, eher Veranstaltungen im Garten oder in der Scheune.
 
 
Tagebuch (52)
Nach Jahrzehnten mit großem Vergnügen Manzoni, „Die Verlobten" wiedergelesen und dort Menschen gefunden, denen ich  auch in der Gegenwart immer wieder begegne. Einige Kostproben aus dem Buch:
„Mit den Gedanken hielt es Donna Praxedia, wie man es mit Freunden halten soll; sie hatte deren wenige, aber den weniger war sie sehr zugetan. Unter den wenigen gab es zum Unglück viele verdrehte und diese waren ihr gerade die liebsten.“
„Ihr ganzes Trachten ging dahin, den Willen des Himmels zu fördern, nur beging sie immer den Fehler, ihr Gehirn mit dem Himmel zu verwechseln.“
 
Tagebuch (51)
Gott ist König. Gott ist Macht und Liebe. Gott hat die Welt erschaffen...
Oder ist er nur ein menschlicher Gedanke, der Trost gibt, dem aber in der Realität nichts entspricht? Die Angst, der Glaube könnte nur eine Illusion sein, bleibt auch nach vielen Jahren im Kloster. Gott ist oft erschreckend stumm, er spricht weder in der Welt noch in meinem Inneren. Aber glauben, dass es Gott nicht gibt, ist noch viel unmöglicher. Denn was bedeutet „gibt“ in Bezug auf Gott? Es gibt ihn nicht, er ist.
Ich höre: „Für mich ist Gott...“; „für mich ist er...“ - Alles Projektionen, menschliche Bilder. Der wahre Gott zerbricht sie.
„Aber mir hilft dieses Bild.“ Dennoch muss es zerbrechen, es ist ein Surrogat, das nicht nährt, ein Placebo, das den Krebs nicht heilen kann. Die Wahrheit ist härter, sie ist harte Liebe.
 
 

Tagebuch (50)
Immer wieder wird in unserer Gesellschaft gefordert, dass Frauen mindestens 30 %, eigentlich aber 50 % aller leitenden Posten einnehmen sollten, und dass man Unternehmen zwingen müsse, dafür zu sorgen. Ich bin keineswegs dagegen, dass mehr Frauen in Leitungsaufgaben kommen, ganz im Gegenteil, was mich stört, ist die implizite Wertung, dass Leitung auf jeden Fall besser ist als Dienst, dass ein DAX-Vorstand mehr ist als eine Krankenschwester. Christlich ist das nicht und gerade die Corona-Krise hat uns gelehrt, wie dringend wir Menschen brauchen, die anderen Dienste leisten, von Lastwagenfahrern über Verkäuferinnen bis zu Krankenpflegern und Ärztinnen.
Natürlich sollten Aufgaben nicht einfach durch die Geschlechtszugehörigkeit bestimmt werden, so dass Frauen unabhängig von ihren Begabungen dienen und Männer ebenfalls unabhängig von ihren Begabungen bestimmen, wo es lang geht. Aber es wird dabei bleiben, dass Frauen und Männer verschieden sind und dass Frauen im Durchschnitt (nicht unbedingt was die Einzelne betrifft!) eine andere Vorstellung von der sogenannten Work-Life-Balance haben und an anderen Tätigkeiten als Männer Freude haben. Das Problem ist nicht diese Verschiedenheit, sondern die falsche Wertigkeit in unserer Gesellschaft, die sich ganz brutal in der Bezahlung ausdrückt. Aber auch uns Christen fällt es auch nach 2000 Jahren noch schwer, das Wort Jesu anzunehmen, der sagte: „Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“