Herzlich Willkommen!

Wir freuen uns, dass Sie unsere Homepage besuchen. Sie finden hier Informationen über unsere Gemeinschaft, über unseren Gottesdienst und über die Art und Weise, wie wir unseren Glauben leben.

Sie sind herzlich willkommen, an unseren Gottesdiensten teilzunehmen oder für einen Gastaufenthalt zu uns zu kommen. In unserem Gästebereich nehmen wir die aktuellen Coronavorschriften sehr ernst. Wenn Sie kommen möchten, sprechen Sie uns bitte an. Wir freuen uns auf Sie!
 

Aktuelles

Tagebuch (58)
In der alten Kirche war es üblich, dass die Gläubigen sich an den Märtyrergräbern versammelten, um Eucharistie zu feiern. Später wurden über diesen Gräbern große Kirchen errichtet, z.B. St. Peter in Rom. Bis heute werden in den Altar jeder Kirche Reliquien eingemauert. Ich muss zugeben, dass ich mich nie besonders dafür interessiert habe, von welchen Heiligen die Reliquien in unserem Altar sind, vermutlich wußte ich es einmal, vergaß es aber. Gestern hängte unsere Archivarin eine Kopie der Kirchweihurkunde an unser weißes Brett: In unserem Altar sind Reliquien der heiligen Corona! Was ich damit sagen will? Sicher nicht, dass wir nun eine Wallfahrt starten, wohl aber nehme ich wahr, wie kaum beachtete historische Tatsachen auf einmal interessant werden. Plötzlich erinnern sich auch alte Schwestern, dass unsere verstorbene Schwester Corona diesen Namen deshalb bekam, weil sie zur Zeit der Altarweihe eingekleidet wurde. Sie war eine sehr zarte, sensible Schwester, und ich bin froh, dass sie nicht mehr erleben muss, wie ihr Name in so negativem Zusammenhang in aller Munde ist, sie hätte das nicht gut verkraftet.
 
Tagebuch (57)
„Niemals von Gott aus dem Gedächtnis sprechen, niemals von ihm wie von einem Abwesenden reden“ (M.Blondel) - Wie viel wäre gewonnen, wenn mir das immer gelänge!
 
Tagebuch (56)
Schönheit erweckt den Wunsch, sie für immer zu besitzen. Dieser Wunsch ist ein Zeichen dafür, dass die Welt Sakrament und Gabe ist. Aber es läßt sich nichts festhalten. Dazu Ja sagen, dankbar für das Geschenkte, aber frei es loszulassen, wenn der Geber etwas Neues schenken will. Denn: „Ein Glück ist uns verheißen, dass unsere Sehnsucht übersteigt, eine Gabe, die mehr ist als unser Hoffen“ (Gregor von Nyssa).
 
Tagebuch (55)
Ich kann vor Glaubenden von Gott reden, ich kann vor Atheisten von ihm reden, aber getaufte Gleichgültigkeit lässt mich stottern, unsicher werden, schließlich verstummen. Hinterher werfe ich mir meine Feigheit vor doch ich höre bei jedem Wort, das ich sage, die Langeweile meines Gegenübers: „Kennen wir alles seit Kindertagen...“, und dieses Alles-immer-schon-Wissen führt dazu, dass mir der Glaube blass erscheint. Nicht weil ich selbst nicht mehr glaube, sondern weil ich keinen Weg sehe, diese Herzen zu erreichen.
Vor einiger Zeit sprach ich mit einer Gruppe junger Frauen, die sehr weit weg vom Christentum waren. Ich versuchte zu provozieren: „In ihren Augen muss ich ja wohl in einer totaler Illusion leben.“ - „Nein, so sehen wir es nicht, wenn der Glaube ihnen gut tut, leben sie ihn ruhig.“ - „Ich glaube aber nicht, weil es mir gut tut, sondern weil ich überzeugt bin, dass der Glaube wahr ist.“ - „Wahrheit bedeutet uns nichts, wir wollen unsere Freiheit und ein schönes Leben.“ - „Aber wenn ihr am Ende eures Lebens erkennen müsstet, dass ihr euer Leben vertan habe, weil ihr die eigentliche Realität gar nicht wahrgenommen habt?“ - „Das ist uns egal, wenn das Leben angenehm war und uns Spaß gemacht hat, war es in Ordnung.“
 
Tagebuch (54)
Die vielen Möglichkeiten, die wir haben, setzen uns unter Druck und erzeugen Stress. Wir müssen ständig zwischen vielen Optionen wählen und das bedeutet, immer mehr zu verwerfen als anzunehmen - schon allein aus Zeitgründen. Es gibt Menschen, die das nicht können und ständig zwischen allem, was ihnen möglich ist, hin und her zappen. Aber auch wer wählt, weiß, dass er zugleich verwirft, und zwar nicht nur Wertloses, sondern auch Lohnendes und Wichtiges.
Im Moment höre ich oft, dass Corona von dem Vielerlei befreit, dass es - wenn die Sorgen nicht zu groß sind - auch erleichternd ist, bei reduzierten Wahlmöglichkeiten einfach das eigene Zuhause zu genießen.