Herzlich Willkommen!

Wir freuen uns, dass Sie unsere Homepage besuchen. Sie finden hier Informationen über unsere Gemeinschaft, über unseren Gottesdienst und über die Art und Weise, wie wir unseren Glauben leben.
Wir laden Sie ein, bei uns Gast zu sein und an unserem Gottesdienst und an unseren Veranstaltungen teilzunehmen.

Aktuelles

Tagebuch (11)
In seiner Autobiografie beschreibt der kongolesische Arzt und Friedensnobelpreisträger von 2018, Dr. Denis Mukwege,wie er wenige Tage vor einem Kriegsausbruch noch den Grundstein für ein neues Krankenhaus legte. Der erneute Ausbruch von Gewalt in einem von Krisen und Gewalt geplagten Land war abzusehen und Dr. Mukwege hatte schon viele Rückschläge, Zerstörungen seiner Arbeit und auch Bedrohungen erlebt. Und doch setzte er alles daran, dieses Hoffnungszeichen zu setzen. Denn er wusste, dass die Menschen mehr als alles andere die Hoffnung brauchen, dass es wieder besser wird.
Wie wäre es, wenn wir, wenn die von uns, die nicht an der vordersten Front im Kampf gegen den Virus stehen müssen (z.B. weil sie zu der Risikogruppe gehören), jeden Tag ein Hoffnungszeichen setzen? Nicht jeder wird ein Krankenhaus bauen, aber jeder kann ein kleines „Haus der Hoffnung“ bauen, das auch anderen Mut macht. Das kann ein Wort sein, ein Hilfsangebot oder auch nur ein Lächeln.
 
Tagebuch (10)
Zu Beginn der neuen Woche einfach einmal etwas Schönes, ein Gedicht und einen Vorschlag.

Worte
Es gibt Situationen im Leben,
in denen wir uns einfach
dem Strom der Ereignisse überlassen sollten,
als hätten wir nicht die Kraft,
uns ihm zu widersetzen,
und plötzlich erkennen wir,
dass der Fluss
sich auf unsere Seite geschlagen hat,
niemand sonst hat es bemerkt, nur wir,
wer uns sieht, wird meinen,
wir seien kurz vor dem Kentern,
und nie sind wir sicherer gesegelt.          (José Saramago)

Man kann zur Zeit nichts unternehmen, nirgends hingehen. Aber es gibt die Möglichkeit, durch viele bedeutende Museen der Welt virtuelle Rundgänge zu machen. Dabei sind alle möglichen Tricks eingebaut: drehen, wenden, vergrößern, Details der Bilder näher heranholen, während in den realen Museen der Aufseher schon misstrauisch guckt, wenn man sich einem Bild zu sehr nähert. Beispiel: Rijksmuseum Amsterdam oder Bode-Museum. Die Situation bietet auch neue Chancen.
 

Tagebuch (9)
In unserer Kirche steht in diesen Wochen eine kleine Pieta. Die sehr alte Skulptur ist aus Holz, der Wurm hat viele Gänge gebohrt und Löcher hinterlassen. Von Farbe ist kaum noch etwas zu erkennen. An mehreren Stellen ist sie geradezu zerstört: das Gesicht Jesu ist abgeschlagen – nur eine gerade Fläche ist zurückgeblieben. An seiner linken Hand fehlen die äußeren Fingerglieder und Maria hat an ihrer linken Hand keinen Daumen mehr. War es Gewalt oder Unfall? Das lässt sich wohl kaum sagen.
Eine herbe Darstellung, man kann sie kaum „schön“ nennen. Maria trägt ihren toten Sohn auf dem Schoß, mit der rechten Hand hält sie ihn – eine unmögliche Haltung: so leicht ist ein Toter nicht. Den linken Arm Jesu hält sie mit ihrer linken Hand hoch, in einer eigenartigen Haltung. Es wirkt fast, als hätte sie den Steg eines Saiteninstruments, z.B. einer Gitarre, in der Hand. Dabei schaut sie ihren Sohn nicht an, sondern von ihm weg nach oben.
Die ganze Darstellung wirkt auf mich wie ein Schrei. Ist es ein Schrei der Klage oder ein Schrei der Anklage? Und dann fällt auf: die Haltung wirkt, als wolle sie Gott, dem Vater seinen Sohn hinhalten und ihm seine Wunden zeigen. Darum hält sie die ausgestreckte Hand kaum fest, sondern dreht sie so, dass die Nagelwunde sichtbar werden muss. Der Vater soll den toten Sohn, soll ihr Leid sehen, die Not, die sie in Worten nicht mehr ausdrücken kann. All den Schmerz, die Angst und die zerstörte Hoffnung.
Ist das nun eine niederdrückende Darstellung? Ich meine nicht. Denn es gibt jemand, es gibt diesen Vater, dem wir all unsere Angst und Not hinhalten dürfen. Auch dann, wenn sie das Maß dessen übersteigt, was wir ausdrücken können. Auch dann wenn sie im Grunde kein Gesicht (mehr) hat. Wir sind mit all unseren Sorgen nicht allein. Nehmen wir unsere Not, aber auch die Not der anderen in unsere Hände, zeigen wir sie dem Vater, halten wir sie ihm hin. Es wird uns damit nicht allein lassen.

Alte Pieta mit den Spuren der Zeit

Tagebuch (8)
Gestern abend haben wir die Andacht mit Papst Franziskus mitgefeiert. Normalerweise hätte ich gesagt, eine solche Veranstaltung paßt nicht ins Fernsehen. Doch das gilt für „normale“ Zeiten, jetzt war es gut, richtig und hilfreich. Mich hat die Andacht jedenfalls zutiefst berührt, und ich denke, manche Bilder werden für immer bleiben: Der alte, gebrechliche, einsame Mann auf dem leeren Petersplatz, der uns zuruft: „Fürchtet euch nicht!“, die Madonna mit dem hilflosen Kind, das Kreuz mit dem leidenden Jesus und das fürbittende Gebet des Papstes vor dem ausgesetzten Allerheiligsten im leeren Petersdom. Paulus schrieb im 2 Korintherbrief, die Kraft Gottes erweise sich in der Schwachheit(vgl. 2Kor 12,9). Vielleicht sollen wir das in dieser Fastenzeit lernen.
 

Tagebuch (7)
Eine gute Freundin schrieb mir, dass es sie traurig macht, von seiten der Kirche hauptsächlich zu hören, dass es keine Gottesdienste mehr gibt. Das findet sie wenig aufbauend, ja fast destruktiv. Die Kirche sollte eher eine Ermutigung zum persönlichen Gebet geben und alle Christen an ihr allgemeines, königliches Priestertum erinnern, das sie dazu beruft, stellvertretend für die ganze Menschheit Gott um Erbarmen und Hilfe anzuflehen. Denn genau in dieser Stellvertretung und in der priesterlichen „Pro-Existenz“ liegt unsere Würde als Christen. Meine Freundin schloss ihren Brief: „Vertrauen und Zuversicht, das sollten die neuesten Schlagworte werden.“
Dem kann ich mich nur anschließen, wobei unser fürbittendes Gebet sehr einfach sein kann. Die Christen der frühen Kirche beteten dreimal am Tag das Vaterunser. Ich höre den Einwand: „Aber das ist doch kein Fürbittgebet.“ Doch es ist ein Fürbittgebet, wenn man es bewusst als solches betet, d.h. das „unser“ betont. Wer dafür eine Anregung braucht, den verweise ich auf meinen Aufsatz zum Vaterunser: https://www.geistige-schriftauslegung.de/artikel/art000030.pdf.
Hier in Mariendonk geht das Leben in gewisser Weise wie gewohnt weiter und es gibt Schönes zu berichten. Schwester Paula steht am Ende ihrer Noviziatszeit und hat am Montag in der feierlichen Form der sogenannten Petitio um die Zulassung zur Profess gebeten. Darüber stimmte die Gemeinschaft heute ab, denn nur jemand, zu dem die Gemeinschaft mit überwältigender Mehrheit (mindestens Zweidrittelmehrheit) ja sagt, kann für immer bei uns leben. Schwester Paula darf ihre Profess ablegen. Das ist ein Anlass zur Freude!