Ende Oktober hieß es noch, dass wir uns im November einschränken sollten, um dann „normal“ Weihnachten zu feiern. Das Virus hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch tut das Virus wirklich etwas? Oder sind wir selbst die Schuldigen, weil wir nicht vorsichtig genug waren? Wer handelt hier? Als Christin bin ich davon überzeugt, dass in allem, was geschieht, Gott auf uns zukommt. Er setzt die natürlichen Ursachen nicht außer Kraft, sondern handelt in und durch sie und zwar nicht als eine weitere Ursache neben anderen, sondern so, dass er in geheimnisvoller Weise alles Geschehen umgreift.
Doch was will Gott uns sagen in diesem Advent? Auf jeden Fall hilft er uns, die Weihnachtsbotschaft besser zu verstehen: Sein Sohn kommt nicht mit Glockenklang und Glühweinduft als zusätzliche Attraktion in eine Welt, die im Prinzip - wenn es nicht dummerweise Corona gäbe - in Ordnung ist, sondern in eine Welt, die in sich krank ist und Hilfe braucht. Er kommt als Retter und Erlöser. Deutlich wird der tiefe Ernst des Weihnachtsfestes, wenn wir von unseren schönen Advents- und Weihnachtsliedern einmal nicht nur die erste Strophe singen.
Advent ist die Zeit der Vorbereitung, des Wartens und des Nachdenkens. Wollen wir Gottes Kommen? Wollen wir, dass er in unser Leben einbricht? Darauf mit Ja zu antworten, ist nicht leicht, denn möglicherweise kommt er auch in der Pandemie.