Blog von Äbtissin Christiana Reemts

Ich mache Ferien bis zum 28. August. Man muss auch mal schweigen können...
Ein Wort in eigener Sache bzw. zu diesem Blog: Hin und wieder machen mich Freunde darauf aufmerksam, dass mein Blog irgendwo zitiert wird. Darüber freue ich mich natürlich, denn es bedeutet, dass er gelesen wird. Manchmal ist es aber so, dass die, mich aufmerksam machen, mit der Publikation, die mich zitiert, nicht einverstanden sind, sie finden, dass ich mich dort in falscher Gesellschaft befinde.
Deshalb möchte ich einmal grundsätzlich sagen: Man kann mich zitieren, egal wo, ich stehe zu meinem Wort, aber ich selbst schreibe nur diesen Blog; wenn einzelne Artikel irgendwo anders erscheinen, geschieht es nicht auf meine Veranlassung und ich übernehme keinerlei Verantwortung für den Kontext.
 
Auch ohne jedes Amt und vor allem Streben nach einem solchen: Ich bin getauft, d.h. berufen und gesandt, den Glauben in Wort und Tat zu verkünden. Immer wieder bleibe ich hinter diesem Auftrag zurück.
Was macht es eigentlich so schwer, den Taufauftrag zu erfüllen? Vermutlich die Tatsache, dass wir alle wie Petrus sind, wir meinen es besser zu wissen als Jesus und sagen: „Das darf nicht geschehen“ oder auch: „Das muss unbedingt geschehen!“ Einfach zu gehorchen wie Maria fällt uns schwer, wir meinen nur dann gehorchen zu können, wenn wir von einer Sache selbst überzeugt sind. Aber das ist kein Gehorsam, Gehorsam hat es mit Glauben zu tun. Ich gehorche, weil die Autorität, die mir etwas befiehlt, eine größere Einsicht hat als ich, so dass es dumm wäre, würde ich meinen eigenen sehr begrenzten Gedanken folgen. Die meisten Menschen werden das auf Gott bezogen, zumindest in der Theorie annehmen, leider ist es nur so, dass in der Praxis der göttliche Wille durch die Kirche vermittelt ist...
 
Ich bin nicht deshalb in der Kirche, weil ich dort besseren Menschen begegne, sondern weil ich Gott begegne. Außerdem scheint es mir angezeigt, schon mal zu lernen, in Gemeinschaft zu leben, denn unser Gott ist in sich Gemeinschaft und auch der Himmel wird Gemeinschaft sein.
Was die Moral angeht: Jeder von uns startet von einem unterschiedlichen Ausgangspunkt aus. Weiß ich denn, von wo der andere, der vermeintlich hinter mir ist, gestartet ist? Weiß ich wie viel Kraft er hat? Weiß ich, wie schwer sein Gepäck ist?
 
Es besteht ein großer Unterschied zwischen der grundsätzlichen Überzeugung, dass es einen Gott gibt, der diese Welt geschaffen hat, und der Hinwendung zu ihm in der Bereitschaft, seinen Willen zu erkennen. Letzteres ist nur möglich, wenn man auf die Heilige Schrift hört. Und das wiederum ist nur möglich, wenn man sich diese Schrift von der Kirche geben läßt. Woher sonst?