„Die Gottheit Christi ist der höchste Gipfel, der Mount Everest des Glaubens sozusagen. An einen Gott glauben, der in einem Stall geboren wurde und am Kreuz gestorben ist! Das ist weit anspruchsvoller, als an einen weit entfernten Gott zu glauben, den jeder sich nach eigenem Belieben vorstellen kann... Das Gesagte hat wichtige Konsequenzen auch für die Ökumene. Den es gibt zwei mögliche Versionen: die Ökumene des Glaubens und die Ökumene des Unglaubens. Erstere vereint alle jene, die glauben, dass Jesus der Sohn Gottes ist und dass Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist ist; letztere vereint all jene, die sich darauf beschränken, diese Dinge zu „interpretieren“ (jeder auf seine Weise und dem eigenen philosophischen System entsprechend). Das wäre eine Ökumene, in der alle dasselbe glauben, weil keiner mehr wirklich an irgendetwas glaubt, im wahren Sinn des Wortes „glauben“. Die grundlegende Unterscheidung der Geistes im Bereich des Glaubens ist nicht die Unterscheidung zwischen Katholiken, Orthodoxen und Protestanten, sondern die Unterscheidung zwischen denen, die an Christus als Sohn Gottes glauben und denen, die nicht daran glauben“ (Kardinal Raniero Cantalamessa „Jesus Christus - Wahrer Gott“, Artikel im Osservatore Romano vom 2.4.21).
Cantalamessa fordert, dass Jeder, der Theologie lehren will, vor allem an die Gottheit Jesu Christi glauben muss, das ist der entscheidende Glaubensartikel, von dem alles andere abhängt. Tatsächlich ist ohne diesen Glauben jede kirchliche Verkündigung sinnlos. Aber welcher Proteststurm würde sich erheben, wenn man Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Kirche diese einfache Frage stellen würde: Glaubst Du, dass Jesus Christus Gott ist? D.h. würde sich überhaupt ein Proteststurm erheben oder nicht bei vielen nur mitleidiges Lächeln?