„Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist“ (Joh 6,65). Erster Impuls: „Das ist ungerecht, was tun die, denen es nicht gegeben ist?“ Doch mit dieser Empörung stelle ich mich über Gott, indem ich sein Tun beurteile. Die Versuchung dazu ist groß, immer wieder ertappe ich mich dabei, an die Bibel meine Maßstäbe anzulegen, statt die Maßstäbe der Bibel an mich und mein Leben anzulegen.
Die richtige Art und Weise, diesen Bibelvers aufzunehmen, ist vermutlich das Gebet: „Herr Jesus Christus, tritt du beim Vater für mich ein, damit er mir schenkt, dass ich zu dir kommen kann.“ Ein etwas paradoxes Gebet, aber auch nicht paradoxer als das Gebet: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Mk 9,24).