„Suche den Frieden und jage ihm nach“ (Ps 34,15). Wohin soll ich ihm nachjagen? Dahin, wohin er vorangegangen ist. Unser Friede ist Christus, der auferstanden ist und in den Himmel auffuhr. Suche den Frieden und jage ihm nach, denn auch du wirst auferstehen, verwandelt werden und dann den Frieden umfangen. Im Himmel ist ja der vollkommene Friede.
Wir werden also den Frieden erst am Ende erreichen. Einen Anfang des Friedens wollen wir aber auch hier schon haben. Wie könnte das aussehen? „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Mt 19,19). Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, halte Frieden mit ihm! Zwar kann es in dieser Welt kaum ohne Meinungsverschiedenheiten und Reibereien abgehen, nur dürfen sie die Eintracht nicht zerstören, die Liebe nicht töten.
Christus sagte: „Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt“ (Joh 16,33). Auf Erden verspreche ich euch keinen Frieden, denn in diesem Leben gibt es keinen wahren Frieden, keine wahre Ruhe. Verheißen ist uns aber der Friede in der Freude der Unsterblichkeit, in der Gesellschaft der Engel. Wer ihm nicht schon nachjagt, solange er auf dieser Welt ist, der wird ihn nicht besitzen, wenn die neue Welt Gottes kommt (Augustinus, Erklärung von Ps 34).