Die Großpfarreien, die gebildet werden, um das Kirchenrecht zu erfüllen, die aber den Bedürfnissen der Menschen nach Zugehörigkeit nicht entsprechen, lösen überall Widerstand aus. Ich kann diesen Widerstand gut verstehen, ich muss ihn nur auf meine eigene Situation übertragen: Sicher wäre es sinnvoll, wenn alle Benediktinerklöster fusionieren und drei Frauen- und drei Männergemeinschaften bilden würden, aber das will niemand, auch die ganz kleinen Gemeinschaft wollen es nicht, zu sehr hat jedes Kloster seine eigene Prägung, seine Umwelt, seine Einbettung in eine bestimmte Region.
Aber das ist nur die eine Seite. Das Beharren auf dem Prinzip der Ortsgemeinde führt außerhalb von Klöstern vielfach dazu, dass man die Messe nur noch selten besucht, das normale ist ein Wortgottesdienst. Höre ich die Leute reden, dann hat der Wortgottesdienst viele Vorteile, spöttisch möchte ich sagen: „Quadratisch - praktisch - gut“. Wortgottesdienste sind kürzer und verständlicher als eine Messe, aber sie sind eine Erfindung der letzten Jahrzehnten, die Katholiken früherer Zeit hätten darüber nur den Kopf geschüttelt. Natürlich gab es immer Wortgottesdienste, z.B. eine Laudes oder eine Vesper, aber noch in den 90er Jahren verbot Bischof Mussinghoff ausdrücklich die Kommunionausteilung in Wortgottesdiensten.
Unsere Zeit neigt auf vielen Ebenen dazu, Zusammengehöriges auseinander zu reißen, so meiner Meinung auch hier. Denn die Kommunion ist der letzte Akt, sozusagen die Besiegelung der Mitfeier der Messe, kein zu produzierender und zu verteilender „Gegenstand“. Die Messe ist das große Mysterium, das uns mit Christus verbindet, uns verwandelt und in seinen Leib einfügt. Nur mit ihr erfüllen wir seinen Auftrag: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“
Wer noch mehr dazu lesen möchte, vgl. meinen Aufsatz: Eucharistische Gaben