Blog von Äbtissin Christiana Reemts

Dreifaltigkeit - schwierig und auch wieder nicht. Was wird mit dieser Lehre gesagt? Eigentlich „nur“, dass Gott das nicht fehlt, was wir Menschen als die größte Vollkommenheit erkennen, nämlich die Fähigkeit zu lieben. Zur Liebe gehört Beziehung, gehört, dass es den Anderen gibt. Einen Menschen, der von sich sagt: „ich liebe“ und auf die Rückfrage „wen denn?“ antworten würde „mich selbst“ würden wir bemitleiden, aber sicher nicht für einen wahrhaft liebenden Menschen halten. Genauso fehlt einem rein monotheistisch gedachten Gott das Gegenüber der Liebe. Er müßte entweder den Menschen als Gegenüber wählen, und damit wäre sowohl die göttliche als auch die menschliche Freiheit bedroht, oder er müßte auf Liebe und damit auf wirkliche Vollkommenheit verzichten.
Die christliche Lehre von der Dreifaltigkeit behauptet nun, dass Gott in sich selbst Beziehung ist, dass es den Anderen in Gott selbst, unabhängig von der Schöpfung gibt. Diese Lehre ist nichts vom menschlicher Überlegung Gefundenes und Erdachtes, sondern Offenbarung. Kein Mensch hätte einen dreifaltigen Gott denken können, hätte sich nicht Christus als der ewige Sohn des Vaters offenbart und nach seiner Himmelfahrt den Geist gesandt. Durch diese Offenbarung haben wir erkannt, dass Gott in sich Liebe ist und nicht erst mit der Erschaffung des Menschen zum Liebenden wird.

 

Der Krieg in der Ukraine ist furchtbar und ich wäre die letzte, die das leugnen würde. Aber er ist wie alle Kriege, die wir Menschen führen, ja, überhaupt wie alles, was wir tun, nur ein Teil dessen, was P. Kreeft den „großen Weltkrieg“ nennt, d.h. der Kampf, der zwischen dem ersten und dem zweiten Kommen Christi stattfindet und bei dem alles davon abhängt, ob wir den Glauben bewahren. Die Worte Jesu, unseres Anführers, sind dabei nicht nur gute Ratschläge für ein erfülltes Leben oder abstrakte Wahrheiten, die unsere intellektuelle Neugier befriedigen, sondern Anordnungen, die über Leben und Tod entscheiden.
 
Anbeten:
Am Nichts vorbei
hinein in Gott fallen
                                    (B.Weiß)
 
Pfingsten, Fest der Heiligen Geistes, was bedeutet das?
Wir werden durch den Heiligen Geist in die Freundschaft mit Gott geführt. Wenn diese Freundschaft vollkommen ist, ist sie vollständige Übereinstimmung mit dem Geliebten, eine Übereinstimmung, die Freiheit nicht aufhebt, sondern im Gegenteil erst wirklich möglich macht. Die Liebe zu Gott lässt uns zu uns selbst kommen, erst wenn wir autonom ergreifen, was unserer Natur entspricht, wenn wir wirklich aus dieser Natur heraus handeln und uns nicht von außen bestimmen lassen, sind wir frei. Freiheit besteht für Geschöpf darin, seinen Schöpfer zu erkennen und sich in Liebe ihm zuzuwenden. Das ermöglicht der Heilige Geist (nach Thomas von Aquin).
 
In den Nachrichten des Deutschlandfunks zum Thronjubiläum von Queen Elisabeth: "Heute wurde zu Ehren der Monarchin ein Gottesdienst gefeiert."
Naiv, wie ich bin, meinte ich bisher, Gottesdienste würden zu Ehren Gottes gefeiert... Aber der zuständige Redakteur hat sich sicher nichts Böses dabei gedacht, Gott spielt für ihn nur keine Rolle mehr, selbst in Gottesdiensten nicht.